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Tschechisches Glas hat sich weltweit vor allem dank seines geschliffenen Kristalls einen Namen gemacht


Oftmals erscheinen uns diese gewöhnlichen Dinge als alltäglich; fällt ein Glaskolben zu Boden, ist unser erster Gedanke, dass Glasscherben Glück bringen. In einem bestimmten Kontext mag das zutreffen, denn gerade das tschechische Glas hat unserem Land tatsächlich Glück gebracht.
Vor allem die Italiener waren für ihre Glasherstellung berühmt. Bereits im frühen Mittelalter war venezianisches Glas führend in seiner Branche, im 14. Jahrhundert halfen die dortigen Meister sogar bei der Herstellung der Glasmalereien in der St.-Veits-Kathedrale in Prag.
křišťálový lustr
Die Tschechen sind jedoch ein sehr wissbegieriges, lernfähiges und geschicktes Volk. Gerade von den venezianischen Meistern lernten die Menschen in unseren Glashütten viele Tricks und Herstellungsverfahren, obwohl in Böhmen zu dieser Zeit bereits seit mehr als zweihundert Jahren Glas hergestellt wurde. Die ersten Glashütten wurden in unserem Gebiet Mitte des 12. Jahrhunderts gegründet, und am stärksten verbreitete sich diese Tradition in den Bergregionen Böhmens, also im Böhmerwald, im Riesengebirge, im Isergebirge und im Erzgebirge sowie in der Hochebene. Dies lag daran, dass es in den Bergen reichlich Kalkstein, Quarzgeröll, Wasser und Buchenholz gab.
Die bedeutendste Entwicklung der Glashütten fand im Laufe des 16. und 17. Jahrhunderts während der Renaissance unter der Herrschaft von Rudolf II. statt. Dieser erhob sogar die Glasmacherfamilien Schürer und Wander, die durch ihr bläuliches Kobaltglas berühmt geworden waren, in den Adelsstand. Das böhmische Glas stach zu dieser Zeit im Wettbewerb jedoch nicht besonders hervor, doch das änderte sich mit der Erfindung des sogenannten böhmischen Kristalls.
křišťálová koule

Tschechischer Kristall bringt den Durchbruch für den Ruhm der tschechischen Glasherstellung

Der tschechische Kristall stammt aus der Müller-Glasmanufaktur im Böhmerwald. Das wunderschöne Glas von reinster Reinheit wurde von den dortigen Glasmachern zudem mit figürlichen und ornamentalen Verzierungen geschliffen und verziert, und das tschechische Glas eroberte schlagartig die Welt. Das Interesse an Kristall war enorm; anfangs tauchte es in Form von Kelchen und Kristallkronleuchtern in Adelsresidenzen auf, später war das Glas auch für die breite Öffentlichkeit erhältlich, und wenn man von tschechischem Kristall spricht, hat das einfach Klang und Glanz.
lustr jako svícen
Hervorzuheben sind jedoch auch die tschechischen Händler, die die Produkte gerade jenseits der Landesgrenzen präsentierten. Einer der bedeutendsten war Herr Kreybich aus dem Städtchen Kamenický Šenov. Er exportierte Glas in die skandinavischen Länder, nach England und nach Russland und organisierte insgesamt 30 Handelsreisen.